Brauchtum im Advent

Montag, 05. Dezember 2016

Brauchtum im Advent

Der Advent hat begonnen und mit ihm die vielen Bräuche, die in diese Zeit fallen. Schauen wir uns ein paar davon ein bisschen genauer an.

Adventbräuche gibt es viele. Die meisten sind über die Jahrhunderte tradierte Bestandteile, die teilweise sogar auf vorchristliche Traditionen zurückgehen.

Die Adventzeit selbst war früher ganz anders. Zunächst einmal dauerte sie anfangs, also bevor die Kirche ihre genaue Dauer festgelegt hatte, zwischen vier und sechs Wochen, je nach Region. Ursprünglich war der Advent eine Fastenzeit, wie es die Zeit vor Ostern heute noch ist. Gefastet wurde dabei jedes Jahr von 11. November bis zum 6. Januar. In seiner heutigen Form begann sich der Advent schließlich ab dem 7. Jahrhundert herauszuformen.

Krampusumzüge

In Österreich gehen am 5. Dezember allerorts die Krampusse um.

Wenn an diesem Abend der Nikolaus kommt und Geschenke in den Nikolausstiefeln hinterlässt, so ist der Krampus meist mit dabei. Er ist nämlich der Begleiter des Nikolaus. Zusammen haben die beiden eine Art pädagogische Funktion. Während der Nikolaus die braven Kinder beschenkt, bestraft der schreckliche Krampus die unartigen Kinder.

Die Gestalt des Krampus geht auf Dämonenvorstellungen aus vorchristlicher Zeit zurück. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich aus diesen Vorstellungen, die sich hartnäckig in den Köpfen der Menschen hielten, die Gestalt des Krampus. Die ältesten Quellen stammen vom Ende des 16. Jahrhunderts, weshalb angenommen wird, dass damals dieser Brauch entstanden ist bzw. die Figur des Krampus in die christlichen Winterfeierlichkeiten aufgenommen wurde. Früher war der  Brauch im ganzen Habsburgerreich verbreitet.

Heute hat der Krampus sogar Eingang ist die Populärkultur Nordamerikas gefunden, wo er in verschiedenen Varianten als Figur in Filmen, Büchern etc. auftritt.

Am 5. Dezember gibt es in vielen Städten und Orten in ganz Österreich so genannte Krampusumzüge. Auch, wenn die regionalen Ausprägungen sehr unterschiedlich sind, gibt es Gemeinsamkeiten. Die Männer, die sich als Krampus verkleiden, tragen einen Anzug aus Ziegen- oder Schafsfell, eine Maske, die früher immer aus Holz geschnitzt war, eine Rute, Kuhglocken, manchmal Ketten.

Für Kinder stellen diese Veranstaltungen eine Mutprobe dar. Sie reizen die Krampusse und versuchen dann, sich nicht von ihnen erwischen zu lassen. Auch auf den meisten Umzügen ist ein Nikolaus dabei, der kleine Geschenke an die Kinder verteilt.

Weihnachts- oder Christkindlmärkte

Im Advent öffnen in allen größeren Städten die Weihnachtsmärkte wieder ihre Tore. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von Verkaufsständen, die Weihnachtsartikel und Geschenke feilbieten. Daneben gibt es auch immer eine Reihe von Glühweinständen und solchen, wo man Kleinigkeiten zu essen bekommt. Für viele Menschen sind diese Märkte Treffpunkte, wo man am Abend nach der Arbeit noch ein paar schöne Stunden mit Freunde verbringt, Geschenke einkauft oder einen Glühwein genießt.

Diese Märkte haben eine sehr lange Tradition, die in manchen Städten sogar bis ins Mittelalter zurückreicht.