Brauchtum im November

Dienstag, 18. Oktober 2016

Brauchtum im November

Allerheiligen

Allerheiligen ist jedes Jahr am 1. November. Es ist eines der wichtigsten christlichen Feste, an dem aller Heiligen gedacht wird; also auch jenen, die nicht heiliggesprochen wurden.

Die Ursprünge dieses Festes sind schnell festgemacht. Irgendwann gab es mehr Heilige, als es Tage im Kalender gab, an denen man ihrer gedenken konnte. Also wurde ein eigener Festtag eingeführt. Dieser hatte kein fixes Datum bis dann im 9. Jahrhundert der 1. November für diesen Feiertag festgelegt wurde.

Brauchtum

Zu Allerheiligen ist im süddeutschen Sprachraum und damit auch in Österreich der Allerheiligenstriezel fester Bestandteil des Brauchtums. Dabei handelt es sich um einen Striezel aus Germteig, der geflochten und mit Hagelzucker bestreut wird. Diesen schenken die Tauf- und FirmpatInnen ihren Patenkindern.

Am Tag nach Allerheiligen wird allen Verstorbenen gedacht. Zu Allerseelen gibt es in vielen Gegenden traditionelle Gräbersegnungen und die Gräber werden mit Lichtern geschmückt, was vor allem in der Nacht sehr eindrucksvoll aussieht.

Martini

Am 11. November wird Martini gefeiert, also das Fest des Hl. Martin. Gedacht wird dabei dem Hl. Martin von Tours, der dafür bekannt ist, eine Hälfte seines Mantels einem Bettler geschenkt zu haben. Der Tag, an dem gefeiert wird, lässt sich auf die Grablegung des Hl. Martins am 11. November 397 zurückführen.

Diesen Tag prägen in Mitteleuropa viele verschiedene Bräuche, die verschiedene Wurzeln haben. Am 11. November begann in den östlichen Kirchen z. B. die Fastenzeit, weshalb Lebensmittel, die nicht für die Fastenzeit geeignet waren, noch schnell verspeist werden mussten.

Am Vorabend des 11. Novembers gab es auch viele Feste mit Speis und Trank, Martinsfeuer wurden abgebrannt, Fackelläufe veranstaltet. Was zunächst als eine Art spontanes Brauchtum entstand, etablierte sich mit der Zeit immer mehr.

Martinigansl

Das traditionelle Ganslessen ist heute wohl die verbreitetste Brauchtumsart des Martinstags. Woher es kommt, weiß niemand genau.

Ein historischer Erklärungsversuch besagt, dass in Zeiten des Lehnswesens um diese Zeit die Lehnspflicht fällig war. Diese umfasste oft eine Gans, die mit der Zeit Martinsgans genannt wurde. Weil zu Martini sowieso traditionell gefeiert wurde, war es naheliegend, die Gans als Festessen zu nehmen.

Es gibt auch viele Legenden, die sich um die Martinigans ranken. Eine besagt, dass das Stadtvolk von Tours Martin zum Bischof weihen lassen wollte. Dieser war jedoch viel zu bescheiden, um das anzunehmen und versteckte sich in einem Gänsestall. Die Gänse schnatterten aber so aufgeregt und laut ob Martins Anwesenheit, dass er gefunden und geweiht wurde.

Neben dem Martinigansl gibt es in ganz Mitteleuropa auch vielerorts Martinsumzüge und das Martinisingen, das auch als Laternenfest in Kindergärten gefeiert wird. In Ostösterreich ist der Martinssegen weit verbreitet. Dabei weihen die Pfarrer in den Weinbaugebieten den neuen Wein.

Leider verschwinden viele traditionelle Bräuche mehr und mehr, weil sie von anderen, nicht heimischen Bräuchen wie etwa Halloween verdrängt werden. Wenn Sie also etwas dagegen tun wollen, pflegen Sie einfach die alten Traditionen, wie es eben ja auch Brauch ist. In diesem Sinne, viel Spaß mit den Brauchtumsfesten im November.