Dienstag, 05. Mai 2015

Die Geschichte der Schokolade

Erwähnt man heute Schokolade, ziehen Bilder an einem vorüber. Bilder von Schokoladetafeln mit Nüssen, vielleicht von weißer Schokolade oder welcher Lieblingsorte auch immer. Eines ist dabei gewiss: Diese Bilder lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Dabei wissen nur wenige, dass die Geschichte der Schokolade schon vor mindestens drei Jahrtausenden als Getränk der gesellschaftlichen Elite begann.

Damals, vor 3000 Jahren, lebten die Olmeken in Mexiko. Sie waren die ersten, die den Kakaobaum nutzten und kultivierten. Damit sind sie vermutlich auch die ersten, die Kakao und Schokolade herstellten. Erste Zeugnisse für die Nutzung dieser Pflanze hinterließen erst die Maya.

Die Maya kannten aber nicht nur ein einziges Rezept, sie experimentierten herum und mischten das Getränk mit verschiedenen Gewürzen wie zum Beispiel Chili oder aßen es als Brei. Dabei war dieses Genussmittel nur der gesellschaftlichen Elite vorbehalten. Schokolade hatte damals einen ähnlichen Stellenwert wie heute Champagner. Die Kakaobohne wurde sogar als Zahlungsmittel verwendet, so wertvoll war sie.

Auch bei den Azteken spielte Schokolade eine wichtige Rolle. Im 15. Jahrhundert begaben sie sich sogar einmal auf einen Feldzug, um ein Gebiet zu erobern, das für seinen hervorragenden Kakao bekannt war. Als die Spanier das Reich der Azteken im Jahr 1521 eroberten, fanden sie Schokolade zunächst abstoßend. Deshalb veränderten sie die Zubereitung. Sie süßten das bittere Getränk mit Zucker, tranken es heiß und nannten es “chocolate”.

Im 17. und 18. Jahrhundert verbreitete sich die Schokolade als Süßgetränk von Spanien aus über ganz Europa. Die erste Schokoladenfabrik Europas ging 1728 in England in Betrieb. Damals wurde Schokolade noch per Handarbeit produziert. Das Zeitalter der modernen Schokoladenproduktion begann 1828, als man Kakaopulver mit Hilfe einer hydraulischen Presse herstellte.

Durch die industrielle Revolution und die Erfindung der Tafelschokolade 1847 wurde die Schokolade langsam zu einer Speise für jedermann. Dann trat die Schweiz auf den Plan, wo 1870 die Milchschokolade, die erfolgreichste Schokoladensorte der Welt, erfunden wurde. Mit steigendem Konsum und der immer größer werdenden Produktionsmenge verfiel im 20. Jahrhundert auch der Preis für Schokolade immer mehr.

Heute ist ein entgegengesetzter Trend bemerkbar. Hohe Qualität steht wieder im Vordergrund. Die Menschen sind bereit, für eine qualitativ hochwertige Schokolade mehr auszugeben. Dazu kommt, dass viele Schokoladeproduzenten wieder auf die gute alte Handarbeit zurückgreifen und vermehrt auf regionale Produkte setzen.

In den letzten Jahren entstand so auch in Österreich eine eigene Schokoladekultur, die sich sehen lassen kann. Warum wagen Sie nicht einen Blick und tun sich etwas Gutes? Schokolade macht schließlich glücklich. In diesem Sinne: Lassen Sie sich dieses traditionelle Genussmittel schmecken.