Dinkel: Wieder köstlich in aller Munde

Dienstag, 16. Januar 2018

Dinkel: Wieder köstlich in aller Munde

Dinkel fristete lange Zeit ein Schattendasein auf unseren Tellern. Jetzt ist er wieder zurück — und das völlig zu Recht.

Lange Zeit war Dinkel in Vergessenheit geraten. Kein Wunder, bringt er doch weniger Ertrag als andere Getreidesorten und die Verarbeitung ist aufwändiger. Dafür bietet er einige andere Vorteile, die dieses Getreide in letzter Zeit wieder vermehrt in den Mittelpunkt rücken.

Geschichte

Dinkel wurde schon vor Jahrtausenden angebaut und stammt wahrscheinlich aus Zentralasien. Er gehört zusammen mit Gerste, Einkorn und Emmer zu den so genannten Spelzgetreiden. Bei diesen Getreidesorten ist das Korn noch von einer Schutzhülle, dem Spelz, umgeben, die vor der Verarbeitung erst entfernt werden muss. Bereits in der Jungsteinzeit wurde Dinkel in Mitteleuropa angebaut, wie Funde belegen. Bis zum 20. Jahrhundert war er ein wichtiger Nahrungslieferant, doch dann ging der Anbau immer mehr zurück. Das lag vor allem am Einsatz von Kunstdüngern und dem damit einhergehenden höheren Ertrag bei Weizen. Dinkel selbst reagiert nämlich auf Kunstdünger nicht wirklich bzw. verträgt er ihn nicht gut.

Wissenswertes

Wussten Sie, dass ...

... Dinkel zwar nah verwandt ist mit Weizen, Weizenallergiker aber Dinkel problemlos konsumieren können?

... auch Grünkern Dinkel ist? Grünkern wurde nur ein paar Wochen früher, bevor die Pflanze reif wird, geerntet.

... Dinkel deutlich nussiger und aromatischer als Weizen schmeckt?

... Dinkel eine sehr genügsame Pflanze ist, die im Gegensatz zu Weizen auch in höheren Lagen und bei schlechterem Wetter gut gedeiht?

Vorteile des Dinkels

Eine der Hauptursachen für die Wiederentdeckung des Dinkels ist seine Widerstandsfähigkeit. Er hält um Einiges mehr aus als z. B. Weizen. Damit braucht man viel weniger bzw. gar keine Pestizide oder Fungizide, was Dinkel ideal für die Biolandwirtschaft macht. Der Grund für diese Widerstandsfähigkeit ist der bereits erwähnte Spelz, der das Korn außerordentlich gut schützt.

Ein weiterer Vorteil sind die Inhaltsstoffe: Schon Hildegard von Bingen bezeichnete den Dinkel als das „beste Korn“. Was die berühmte Heilkundige damals schon wusste, ist heute wissenschaftlich bestätigt. Dinkel enthält mehr Mineralstoffe und Spurenelemente als etwa Weizen. Vor allem Mangan, Kupfer und Zink kommen in höheren Konzentrationen vor. Außerdem enthält Dinkel viel Kieselsäure, die sich positiv auf Konzentration, Denkvermögen, Haare, Nägel und Haut auswirkt. Die Aminosäure Tryptophan, ein wichtiger Baustein bei der Bildung des Wohlfühlhormons Serotonin, wirkt zusätzlich stimmungsaufhellend.

Große Vielfalt

Dinkel ist ein echtes Allroundgetreide, das für viele Speisen, darunter Backwaren und Nudeln, verwendet werden kann. Es gibt ihn in vielen verschiedenen Varianten. Man kann ihn kaufen als

  • Gries
  • Schrot
  • Reis
  • ganze Körner
  • Mehl
  • Nudeln

Viele Vorteile, kaum Nachteile: keine Wunder, dass Dinkel abermals modern und, im wahrsten und köstlichsten Sinne des Wortes, wieder in aller Munde ist.

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