GenussRegion Pöllauer Hirschbirne

Dienstag, 27. Oktober 2015

GenussRegion Pöllauer Hirschbirne

Die Pöllauer Hirschbirne ist etwas ganz Besonderes, denn es gibt sie auf der ganzen Welt praktisch nur im oststeirischen Naturpark Pöllauer Tal. Diese Birnensorte ist ein Zufallssämling, der perfekt an die geografischen Bedingungen angepasst ist und einen außergewöhnlichen Geschmack hat.

Weder der genaue Entstehungsort, noch die Entstehungszeit der Pöllauer Hirschbirne sind bekannt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass die Sorte um 1800 entstanden sein dürfte. Die ältesten in der Region vorkommenden Bäume sind kurz nach 1870 gepflanzt worden. Zur damaligen Zeit wurden die Früchte vor allem zur Mosterzeugung verwendet. Auch das Dörren der Birnen hat eine lange, bis auf das 19. Jahrhundert zurückgehende Tradition. Für das Brennen von Edelbränden wurde die Hirschbirne schon immer eingesetzt.

Die Namensherkunft der Hirschbirne ist nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass er sich von “Herbstbirne” herleitet, was wiederum auf den mundartlichen nordoststeirischen Begriff “Hiascht” bzw. “Hirscht” für Herbst zurückgeführt werden kann. Es geht also um die Reifezeit der Früchte. Es wurde auch oft behauptet, dass der Name auf die Reifezeit der Hirse Bezug nehmen soll. Da Hirse aber schon im Spätsommer und nicht im Herbst reif wird, ist das eher unwahrscheinlich.

Das Hauptanbaugebiet der Hirschbirne ist der Naturpark Pöllauer Tal. Dort gedeihen die Bäume in Bereichen zwischen 350 und 1000 Metern Seehöhe. Interessanterweise steigt die Baumanzahl bis zu einer Höhe von 800 Metern kontinuierlich an. Höhere Lagen werden von den Bäumen also bevorzugt.

Durch das milde Klima des Pöllauer Tals entwickeln die Birnen ein sehr harmonisches Aroma. Sie sind herb-süß und ein wenig säuerlich. Reife Früchte haben dazu noch ein typisches Kletzenaroma und eine teigige Konsistenz. Das Fruchtfleisch ist sehr saftig, cremefarbig und von grober Textur.

Die Bäume werden sehr alt, weshalb sie ihre durchschnittliche Höhe von 10 Metern erst nach etwa 120 Jahren erreichen. Sie haben formenreiche Blätter, meist jedoch haben sie die Form einer breiten Ellipse und sind dicht behaart. Die weißen Blüten sind frostbeständig. Da die Bäume sehr widerstandsfähig sind, müssen praktisch keine Pflanzenschutzmaßnahmen gegen Krankheiten und Schädlinge ergriffen werden, was den Anbau erleichtert.

Heute sind Hirschbirnenbäume im Pöllauer Tal entweder auf Streuobstwiesen zu finden oder linienartig angesetzt.

Die Blüte und Erntezeit ist spät. Die Birnen werden meist zwischen Mitte September und Mitte Oktober reif. Die Bäume haben einen sehr hohen Ertrag von vereinzelt bis zu 1000 Kilogramm.

Verarbeitet werden die Früchte zu Spirituosen, Most und Dörrobst. Sie werden aber auch frisch gegessen. Zudem werden mit ihnen auch Saft, Essig, Sekt, Marmelade und Gelees hergestellt. Hirschbirnen werden für zahlreiche Gerichte verwendet, wie bspw. Hirschbirnenmostbraten.