GenussRegion Mostviertler Mostbirn

Dienstag, 14. Mai 2019

GenussRegion Mostviertler Mostbirn

Lange Zeit wurde Most als minderwertiges Produkt betrachtet und nicht mehr getrunken; er kam aus der Mode. Doch das hat sich in den letzten Jahren geändert, denn die Mostproduzenten legten ihren Fokus auf Qualität und Innovationsgeist. So erlebte auch der Most aus dem Mostviertel eine Renaissance.

Im Mostviertel widmen sich die Menschen schon lange der Verarbeitung der dort typischen Mostbirne – deshalb auch der Name. Mittlerweile ist das Mostviertel das größte geschlossene Birnbaumgebiet Europas.

Die Region

Wer das im südöstlichen Teil von Niederösterreich gelegene Mostviertel besucht, wird von der Schönheit der hügeligen Landschaft verzaubert. Putzige Dörfer und prächtige Vierkanthöfe fangen die Blicke, wenn man sich nicht gerade Ende April bzw. Anfang Mai dort aufhält. Das ist die Zeit der Birnbaumblüte, wenn hunderttausende Birnbäume die Gegend mit einem wohlduftenden weißen Schleier überziehen.

Das milde Klima südlich der Donau begünstigt ebenso das Wachstum der edlen Früchte wie die Böden aus Braunerden und -lehmen. Hinzu kommen relativ hohe Niederschlagszahlen und eine hohe Luftfeuchtigkeit, dabei ist es jedoch nicht zu warm. Das Resultat sind Früchte von sehr hoher Qualität, die die beiden Grundvoraussetzungen für großartigen Most erfüllen: sie haben genügend Säure und Gerbstoffe.

Die Geschichte

Die positiven Wirkungen von Most sind schon seit langer Zeit bekannt. Schon die Kelten vertrauten darauf, doch erst die Römer begannen in der Gegend des heutigen Mostviertels mit der Veredelung und verfeinerten die Produktion. Jahrhunderte lang wurden Obstbäume gepflanzt und daraus wurde Most hergestellt. Seinen Zenit erreichte dieses Getränk Ende des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Zahl der Bäume ging damals nach Schätzungen in die Millionen.

Als der Most wenige Jahre später aus der Mode geriet, wurden mehr als die Hälfte der Bäume gerodet. Bedenkt man, dass ein Birnbaum rund dreißig Jahre braucht, bis er nennenswerte Erträge liefert, ein herber Verlust. Mittlerweile hat sich der Most gemausert und liegt wieder im Trend.

Das Produkt

Der Most der Mostviertler Mostbirnen zeichnet sich durch einen frischen, fruchtigen Geschmack und eine hellgelbe bis bernsteinfarbene Farbe aus. Im Gegensatz zum restlichen Österreich wird Most in dieser Gegend nicht als säuerlich schmeckender Apfelmost, sondern als milder, fruchtiger Birnenmost getrunken. Dabei kann trotzdem aus verschiedenen Geschmacksrichtungen gewählt werden: mild, halbmild, kräftig und resch.

Der Alkoholgehalt des Mosts liegt zwischen 4 und 8 Volumsprozent.

Herstellung

Heute ist die Mostherstellung ähnlich anspruchsvoll und aufwändig wie die Weinproduktion. Dem Mostviertler Birnenmost darf, im Gegensatz zu anderen Mosten, kein Apfelsaft oder Fruchtsaftkonzentrat zugesetzt werden. Basis sind die Mostbirnen, also Birnen, die aufgrund der vielen enthaltenen Bitterstoffe nicht zum Verzehr geeignet sind. Nach der Ernte und Säuberung werden die Birnen zerkleinert. Die so gewonnene Maische wird gekeltert, der Saft dann durch Zugabe von Hefe gezielt für drei bis sechs Wochen gegärt. Die abgestorbene Hefe und andere Fruchtteile werden herausgefiltert, dann wird der Most weiter behandelt, bis er dem österreichischen Weingesetz entspricht.

Hier finden Sie die Produkte der GenussRegion Mostviertler Mostbirn.