Montag, 03. August 2015

Holunder - das magische Gewächs

Ein absoluter Klassiker in der Küche ist im Sommer der Holunder. Ob Sirup, Röster oder Marmelade, in Omas Küche gab es immer die eine oder andere Holunderköstlichkeit. Die lange Tradition als Nahrungsmittel zeigt sich auch bei den vielfältigen Zubereitungsarten.

Beim Holunder handelt es sich um ein Gehölz, das bis zu sieben Meter hoch wird und viele Namen trägt, wie Holler, Elderbaum oder Husholder. Die meisten Namen lassen sich auf die germanische Göttin Holla oder Holda, die heute noch als Frau Holle in den Märchen der Gebrüder Grimm weiterlebt, zurückführen.

Früher spielte diese Pflanze in der Volksmedizin eine große Rolle. Sie galt als edler Baum und ihr wurden viele magische Eigenschaften zugeschrieben. Wuchs ein Holunderbaum an einem Haus, so schützte er vor Schlangen und Unfällen. Fällte man dagegen einen, erlitt man Krankheit, Unglück und Leid.

Der Holunderbaum blüht zwischen Mai und Juni. Seine Blüten sind cremeweiß bis gelblich, sie wachsen in Dolden und duften süßlich-aromatisch. Er ist nicht auf die Bestäubung von Insekten angewiesen, weil er selbstbefruchtend ist.

Bei seinen Früchten handelt es sich um beerenartige Steinfrüchte, die einen Durchmesser von fünf bis sieben Millimetern und eine tiefrote bis schwarz-violette Farbe haben können. Sie werden im September und Oktober geerntet. Die Beeren enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe. Nach der Ernte müssen sie schnell verarbeitet werden, denn sie halten nicht lange. Wichtig ist auch, dass die Beeren nicht roh gegessen werden dürfen. Im Rohzustand sind sie nämlich leicht giftig und können Brechreiz und Verdauungsstörungen auslösen. Durch Erhitzen werden diese Gifte neutralisiert.

Holunder kann zu Marmelade, Kompott, Röster, Saft, Suppe, Mus, Gelee und Likör weiterverarbeitet werden. Er schmeckt auch hervorragend in Kombination mit Zwetschken, Brombeeren, Äpfeln, Birnen, Zimt, Nelken und Zitrone.

Die Holunderprodukte der Genussregion finden Sie hier.